a night in shining armour

Installation Holz, Rettungsdecken, LED-Lichter

150x150x150 cm

 

Konzept und Umsetzung: Renate Ranzi, Hannah Todt & Mary Gold

Artist residency - Milch & Q / UrKultfestival / Südtirol

2016


Seit jeher schaffen sich die Menschen Räume, die vor den unkontrollierbaren Einflüssen der Natur schützen. Wo es möglich ist, wird ihr Wirkungsbereich verkleinert und domestiziert. Wo es unmöglich bleibt, werden Wände aufgezogen, die Zuflucht bieten, innerhalb derer es trocken, warm und hell ist. 

 

Zurückgeworfen auf die unmittelbare Begegnung mit der Natur wird einem - besonders des Nachts - erst bewusst, wie groß das eigene Bedürfnis nach Licht und Wärme ist, nach einem Schutz vor Umwelteinflüssen und bisweilen auch vor dem Unbekannten, das im Dunkeln auf einen lauern könnte.

 

Viele dieser Bedürfnisse deckte der Mensch lange Zeit mit Feuer ab. A night in shining armour bedient sich analog dazu der Eigenschaften des Lagerfeuers und transferiert sie in aktuelle Mittel zur Hilfeleistung. Die Installation aus Rettungsdecken erzeugt einen Zufluchtsort. Untertags markiert sie einen Orientierungspunkt, der mittels einer Spiegelung der Betrachter*innen sowie deren Umfeld einen Blick auf das Zusammenspiel des gesamten Kontexts erlaubt. Das reflektierte Licht der Sonne flackert im Rhythmus der im Wind pulsierenden Folie. In der Nacht verliert der Kubus seine opake Eigenschaft. In der Absenz des Sonnenlichts offenbart er sein intrinsisches Leuchten. Er gewährt so, auch wenn rundherum die Orientierungslosigkeit der Dunkelheit verunsichert, ein Verweilen im Schutz seines Scheins.