Totem

Cyanotypie auf Marmor

2016


Mittels Kontaktkopie hat Mary Gold Pflanzen auf mit lichtempfindlicher Lösung bestrichenen südtiroler Marmor belichtet. Ihre so geschaffenen Steine erinnern an das enzyklopädische Sammeln von Pflanzen sowie botanische Zeichnungen des 19. Jahrhunderts, Naturselbstdrucke und frühe Fotogramme. 

 

Dieser aufzählenden Herangehensweise stellt die Künstlerin einen Zugang entgegen, der sich mit dem Abgebildeten sowie mit dessen Träger emotional verwebt: Sie nennt das geschaffene Werk Totem. Die organische Natur verbindet sich mit der anorganischen. Sie gelangt in dieser Symbiose zu einer Resurrektion, die eine Verbindung erzeugt zwischen der physischen Naturerscheinung einer einzelnen Pflanze und der ihr zugrundeliegenden Idee der Flora.

 

Ein Imperativ formuliert sich den Betrachter*innen in dieser Arbeit. Die Eigenschaften des Kunstwerks dürfen als Verhaltenskodex für seine Besucher*innen gelten.

 

 

 

Text: Christian Kurz

Christian Kurz assistierte bei der Entstehung dieser Arbeit.